Pflanzenportraits

Hier veröffentlichen wir in bunter Reihenfolge Portraits von Pflanzen, die nicht unbedingt "typisch Kleingarten" sind, aber dennoch unsere Beachtung verdienen.

Mangold

Es ist eine Kulturform der an Küstensäumen wachsenden Wilden Rübe und verwandt mit der Zuckerrübe, der Futterrübe und der Roten Rübe.

Das äußerliche Erscheinungsbild der Mangoldblätter kann je nach Sorte von runzelig bis glatt variieren und hellgelb bis dunkelgrün ausfallen. Grundsätzlich wird zwischen zwei Kulturformen innerhalb der Gattung Beta vulgaris unterschieden:

  • Der Stiel- oder Rippenmangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris der Flavescens-Gruppe) wird in der Schweiz auch als Krautmangold bezeichnet. Sein Erkennungsmerkmal sind die stark hervortretenden Mittelrippen der Blätter. Diese können weiß, rot, manchmal sogar gelblich-orange sein, wobei sich jegliche Färbung beim Blanchieren verliert.

  • Schnitt- oder Blattmangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris der Cicla-Gruppe) kennt man auch unter den Bezeichnungen Beißkohl oder Römischer Kohl. Diese Variante hat etwas kleinere Blätter und schmalere Stiele. Blattmangold ist winterhart und treibt nach dem Schnitt im Frühling erneut aus.

Was steckt drin?

Diese Pflanze enthält vor allem sehr viel Vitamin K, welches für die Blutgerinnung und die Knochenbildung von Bedeutung ist.

Weiterhin enthält Mangold die Vitamine A und E sowie Natrium, Magnesium, Eisen und Kalium. Mit circa 25 kcal pro 100 Gramm ist dieses Gemüse ein Leichtgewicht und kann gut zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen.

Die Mangoldblätter haben einen hohem Oxalsäuregehalt, was von Nierenkranken (Oxalatsteine) zu beachten ist.

Nachbarn in der Mischkultur

Pflanzen vertragen sich mit unterschiedlichen Nachbarn, die direkt angrenzend wachsen, unterschiedlich gut. Ein wichtiger Faktor für dieses Phänomen ist die Allelopathie. Für Mangold sind:

Anbau und Ernte

Die Aussaat des Mangolds erfolgt in mitteleuropäischen Gärten von Ende März bis April aber nicht zu früh, er verträgt nicht zuviel Kälte) sowie für herbstlichen Schnittbedarf von Juli bis Mitte August.

Aussaattiefe 1-2cm, Keimdauer beträgt etwa 1-2 Wochen

Im Frühjahr ausgesäter Mangold wird nach einer Wachstumszeit von 80 bis 90 Tagen ab Juli erntereif. Die Pflanze kann aber auch zweijährig gezogen werden. Er schießt nie durch, kann also bis zum Herbst geerntet werden. Allerdings nie mehr als 1/3 Blattmasse auf einmal wegnehmen. Wenn man nach und nach die äußeren Blätter am Grund nach außen abbricht, wächst er immer neu nach und man hat eine lange Erntezeit!!

Mangold in Ihrer Küche – die Arten der Zubereitung

Sie können Mangold zu einem Salat hinzufügen oder ihn braten, dünsten oder backen. Er passt auch gut zu Quiche- oder in Strudelgerichte. Weil er im Geschmack intensiver als Spinat ist, ziehen ihn Gourmets sogar dem Spinat vor.

Kochen Sie erst die Stängel des Mangolds, da diese länger brauchen als die Blätter.

Sie können sowohl Blätter als auch Stiele bei Bedarf einfrieren. Dazu müssen Sie das Gemüse nur blanchieren, abschrecken, vorsichtig ausdrücken und in ein geeignetes Gefäß verpacken.

 


 

Chard (Beta vulgaris var cicla).jpg
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Scharbockskraut

Es ist ein Frühblüher, gehört zu der Familie der Hahnenfußgewächse, Ranunculaceae und wird im Volksmund auch Schmalzblatt, Spiegelblume, Himmelsbrot oder Himmelsgerste genannt. Man findet es in großen flächendeckenden Beständen auf feuchten, nährstoffreichen Lehmböden in krautreichen Laubwäldern und Parks.

Die Blätter sind rundlich bis herzförmig, auffällig lack glänzend und die Blüten haben 5 Blütenblätter, sind goldgelb, glänzend und stehen auf langen Blütenstängeln.

Ich ernte die Blätter gleich hier bei uns hinterm Haus es als erstes Frühlingsgrün.

Geschmack und Verwendung in der Küche

Die Blätter werden vor der Entwicklung der Blüte verwendet (damit man nicht zu viele Alkaloide aufnimmt). Sie schmecken knackig, sehr mild, ganz leicht säuerlich und nach einem Hauch von Haselnuss.

Ich verwende sie als Beigabe (klein geschnitten) zu grünem Salat, im Möhrensalat, zum Quark oder im Omelett.


Wissenswertes

Scharbockskraut weist einen hohen Vitamin C-Gehalt auf (die Pflanzen können die Ascorbinsäure selbst bilden).

100 g frische Blätter enthalten bis zu 200 mg Vitamin C. Der Mindestbedarf unseres Körpers ist ca. 60mg Vitamin C / Tag.